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Firmencheck 2015/2016: Wie fair ist die Arbeitsbekleidungsindustrie?

2016 03 10 Unternehmensprofile[10.03.2016]

Heute wurde die dritte Befragung von insgesamt 27 Arbeitsbekleidungsunternehmen zur Einhaltung von Arbeits- und Sozialstandards veröffentlicht. In der Publikation werden nicht nur die 27 Unternehmen, sondern auch gängige Siegel und Zertifikate der Branche (u.a. bluesign, BSCI, fair trade certified cotton, STeP, FWF) aus Sicht der CIR beleuchtet und bewertet.

Insgesamt setzt sich der positive Trend fort, dass die Branche transparenter wird – viele Unternehmen haben uns gegenüber zumindest die Produktionsketten und -standorte bis einschließlich zu den Adressen der Konfektionierungsbetriebe offen gelegt. Dies ist ein erster Schritt, Ziel aber muss weiterhin sein, dass die Lieferketten nicht nur uns als NGO unter strengen Auflagen zur Verschwiegenheit zur Verfügung gestellt, sondern der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Darüber hinaus haben mehr Unternehmen als 2013 so genannte Verhaltenskodizes verabschiedet. Dies ist grundsätzlich zu begrüßen – doch leider gibt es keinen signifikanten Anstieg dahingehend, dass die Unternehmen die Einhaltung der Kodizes auch unabhängig verifizieren lassen.

Hier trennt sich die Spreu vom Weizen: Wenige Unternehmen machen weiterhin viel, engagieren sich und lassen ihre Anstrengungen extern verifizieren. Viele andere bleiben bei der Verabschiedung der Verhaltenskodizes stehen, lassen lediglich ihre Einkäufer einen Blick auch auf soziale Kriterien werfen, wenn diese die Fabrik besuchen, oder verlassen sich einseitig auf Audits. Dies greift jedoch viel zu kurz, wie die Kampagne für Saubere Kleidung und die CIR in vielen Publikationen und Studien aufzeigen konnten.

Diese Entwicklung hin zu Willensbekundungen und partiellen Audits wird aber leider durch das Handeln der öffentlichen Hand weiterhin gefördert: Durch die abgestufte und gleichwertige Bietererklärungen werden Unternehmen, die hohe Sozialstandards haben und diese auch extern und glaubwürdig verifizieren lassen, genauso behandelt wie Unternehmen, die lediglich erklären die ILO Normen einzuhalten, ohne weitere Maßnahmen anzugehen. Dies fällt natürlich noch einmal mehr ins Gewicht, wenn man auf die Note schaut, die Unternehmen der öffentlichen Hand geben: Die überwältigende Mehrheit der Unternehmen gibt in der Befragung an, dass der öffentlichen Hand einfache Erklärungen ausreichen und Bund, Ländern und Kommunen der Preis in der Regel wichtiger ist als Sozial- oder Umweltkriterien.

Bemerkenswert ist zu guter Letzt noch, dass sich der Anteil fairtrade-zertifizierter Baumwolle bei den befragten Unternehmen im Vergleich zu 2013 erhöht hat: Allein in diesem und letztem Jahr haben zwei große Arbeitsbekleidungshersteller ihre Kollektion auf fairtrade umgestellt, andere nehmen am sog. „Sourcing Programm“ teil.

Die genauen Bewertungen und Beschreibungen der Unternehmen, Siegel und Zertifikate finden sich hier

Kontakt

Johanna Fincke
Christliche Initiative Romero (CIR)
Schillerstr. 44a
48155 Münster
Tel.: 0251–6744130
Fax: 0251/82541

www.ci-romero.de
fincke@ci-romero.de
www.facebook.com/ci.romero
https://twitter.com/ci_romero

 

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