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3. Jahrestag des Fabrikbrands in Pakistan: Deutscher Einzelhändler KiK muss versprochenen Schadensersatz an Opfer zahlen

2015 09 10 Ali Enterprises[11.09.2015]

Drei Jahre nach dem verheerendsten Industrieunfall in der Geschichte Pakistans fordern die Kampagne für Saubere Kleidung (Clean Clothes Campaign) und die internationalen Gewerkschaftsverbände IndustriALL und UNI den großen deutschen Einzelhändler KiK erneut dazu auf, die versprochenen langfristigen Schadensersatzzahlungen an die Opfer zu leisten. Bei dem Brand der Textilfabrik Ali Enterprise am 11. September 2012 wurden 254 Menschen getötet und 55 schwer verletzt.

Die Ausgänge der Fabrik waren versperrt und Fenster vergittert, so dass die verzweifelten Arbeiter den Flammen nicht entkommen konnten. Die Fabrik hatte Kleidung für den Textildiscounter KiK gefertigt, der 3.200 Filialen in Deutschland, Österreich und Osteuropa unterhält. Nach der Katastrophe hatte das Unternehmen ein Memorandum of Unterstanding (MoU) unterzeichnet, das KiK rechtsverbindlich zu einer ersten Zahlung von 1 Mio. US-Dollar Soforthilfe an die Opfer und ihre Familien verpflichtet. Den ersten Teil des Abkommens ist KiK nachgekommen.

Allerdings ist das Unternehmen bis heute der Verpflichtung zur Aushandlung der langfristigen Schadensersatzzahlungen an die Opfer nicht nachgekommen. Außerdem ist KiK dem Abkommen zufolge verpflichtet 250.000 US-Dollar für eine bessere Durchsetzung der Arbeitsnormen zu zahlen; auch diese Summe steht noch aus.

Seit der Unterzeichnung des MoU am 21. Dezember 2012 hat das Unternehmen die Betroffenen immer wieder hingehalten, um die Zahlung von langfristigen Entschädigungen für Einkommensverlust, Arztkosten sowie Schmerzen und Leid zu umgehen. Rifit Bibi verlor ihren Ehemann Muhammad Asghar Khan und muss nun vier kleine Kinder alleine ernähren: „Ich erhalte im Monat die bescheidene Summe von PKR 5.000 (etwa 47 Dollar) als Rente, die aber nicht ausreicht, um genug Lebensmittel für meine Kinder zu kaufen. Seit dem Tod meines Mannes führen wir ein erbärmliches Leben.“

IndustriALL-Generalsekretär Jyrki Raina äußerte sich wie folgt dazu: „Wir verlieren langsam die Geduld mit KiK, da es seine Versprechen offensichtlich nicht einhält und versucht, die Verhandlungen über Entschädigungszahlungen zu blockieren. KiK darf nicht länger blockieren, sondern muss den Opfern, den ihnen zustehenden Schadensersatz zahlen.“

Berndt Hinzmann von der Kampagne für Saubere Kleidung sagte: „KiK hat vor über zwei Jahren ein Übereinkommen unterzeichnet, demzufolge über einen umfassenden und fairen Schadensersatz gemäß internationaler Standards verhandelt werden soll. Das Versprechen und die Unterschrift wurden gebrochen. Die Opfer werden in Stich gelassen. Das ist kein Zeichen einer glaubwürdigen Unternehmenspolitik und macht einmal mehr deutlich, wie wichtig verbindliche Regeln für die Haftbarmachung von Unternehmen sind.“

Weitere Informationen:

Berndt Hinzmann, INKOTA-netzwerk/ Kampagne für Saubere Kleidung, Berlin, hinzmann@inkota.de, Mobil: 0160 94 69 87 70

Thiruvalluvar Yovel, International Coordinator Clean Clothes Campaign, Amsterdam, The Netherlands, thiru@cleanclothes.org Tel.: +31 20 4122785

Leonie Guguen, Communications Officer bei IndustriALL Global Union, lguguen@industriall-union.org Tel.: +41 (0)79 137 54 36

Petition unterzeichnen! (Englisch)

Pressemitteilung

Offener Brief an KIK (Englisch)

Hintergrundinformationen (Englisch)

 

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Laura Ceresna-Chaturvedi
eilaktionen@saubere-kleidung.de