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Firmenprofil

Otto

1. Allgemeine Informationen

ottoStandort:
Otto (GmbH & Co. KG)
Wandsbeker Str. 3-7
22172 Hamburg
Tel. 040 / 6461 – 0
Fax: 040 / 6461 – 8571
E-mail: thomas.voigt@ottogroup.com (Unternehmenskommunikation)
Homepage: www.ottogroup.com

Die Otto Gruppe ist die größte Versandhandelsgruppe der Welt. Zu ihr gehören 162 inländische und 171 ausländische Tochterunternehmen. Diese Unternehmen in 19 Ländern Europas, Nordamerikas und Asiens beschäftigen insgesamt 55.000 MitarbeiterInnen. Die Geschäftsfelder des Konzerns sind der Multichannel-Einzel- und Großhandel, Finanzdienstleistungen und Service. Das Segment Einzelhandel hat mit 64% den größten Anteil am Umsatz des Konzerns.

Laut Geschäftsbericht 2006/07 hat die Otto-Gruppe den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 4,7% auf 15,3 Mrd. €, den Gewinn um 10,6% auf 507 Mio. € gesteigert. Als weltweit zweitgrößter Online-Anbieter nach Amazon setzte Otto 2006/07 mehr als 4 Mrd. € um (+33%).

Otto ist ein 1949 gegründetes Familienunternehmen, dessen heutige Eigentümerstruktur sich folgendermaßen zusammensetzt: a) Die Otto AG für Beteiligungen in Hamburg,  die zu 100% der Otto-Familie gehört, hält 50%; b) Die E. Brost & J. Funke GmbH & Co. KG in Essen hält 25%; c) die GS Gesellschaft für Versandbeteiligungen m.b.H. in Hamburg hält 15%; d) Die Kommanditgesellschaft Aurum, Beteiligungs- und Verwaltungs-GmbH & Co. in Hamburg hält 10%.

Bzgl. der Internationalisierungsstrategien setzt Otto kurz- und mittelfristig vor allem auf einen Ausbau seines Geschäfts in Mittel- und Osteuropa.

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2.   Otto-Textilien – Beschaffung und Einkaufspraktiken

Über die regionale Aufteilung der Beschaffung von Textil- und Bekleidungsprodukten geben die jüngsten Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichte von Otto keine genaue Auskunft. Jedoch kann aus Angaben über die regional aufgeschlüsselte Beteiligung von globalen Textil-, Schuh- und Spielzeuglieferanten an den Otto-Sozialstandardprogrammen gefolgert werden, dass China (56,6%), die Türkei (17,4%) und Indien (12,8%) vermutlich generell die Hauptlieferländer für Textilien sind.

Erste Fälle von Arbeitsrechtsverletzungen bei Otto-Lieferanten in Mittelamerika wurden von der Christlichen Initiative Romero 1996 veröffentlicht, gefolgt von Publikationen des SÜDWIND-Instituts über Rechtsverstöße in Lieferfabriken in China, Indonesien und auf den Philippinen im Zeitraum 1997 – 2005. Bzgl. einer Lieferfabrik auf den Philippinen konnte dabei die SÜDWIND-Partnerorganisation IBON feststellen, dass der FOB-Preis für einen an Otto gelieferten Stehkragenpullover nur ca. ein Drittel des Verkaufspreises ausmachte, d.h. zwei Drittel für Minimalkosten und Gewinn aufgewandt wurden.
Im Dezember 2006 machte Kinderarbeit bei einem Unterlieferanten der Firma Heine, eines Tochterunternehmens von Otto, in Indien internationale Schlagzeilen.

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3.   Globale Sozialverantwortung (Corporate Social Responsibility = CSR)

Seinen ersten Verhaltenskodex veröffentlichte Otto im Jahr 1997. Seither wurde er vier Mal modifiziert, zuletzt 2006. Nach anfänglich sehr vagen Formulierungen lehnt er sich heute im Großen und Ganzen an den Kodex der unabhängigen US-amerikanischen Überprüfungseinrichtung „Social Accountability International“(SAI) an, in der Otto seit deren Gründung im Jahr 1997 Mitglied ist. In SAI arbeiten u.a.  Nichtregierungseinrichtungen und eine internationale Gewerkschaft mit.

Seit 1994 hat Otto Umweltberichte, ab 2000 Umwelt- und Nachhaltigkeitsberichte herausgegeben, zuletzt im September 2007. Darin heißt es, 55% aller weltweiten Lieferanten seien SAI-zertifiziert. Allerdings stellten China und Bangladesch Problemländer dar, so der Bericht.

Otto war führend bei der Gründung der Sozialstandardinitiative der „Außenhandelsvereinigung des Deutschen Einzelhandels“ 2001, die vom Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit unterstützt wurde. Diese Initiative führte 2004 zur Gründung der „Business Social Compliance Initiative“ (BSCI), der inzwischen 103 Unternehmen aus vielen europäischen Ländern angehören. Die BSCI wurde nicht zuletzt gegründet, um eine verbindliche gesetzliche EU-Regelung einer globalen sozialen Rechenschaftspflicht von multinationalen Unternehmen zu verhindern.
Daneben ist Otto seit 2002 Mitglied des UN Global Compact und gehört seit 2003 der Global Reporting Initiative an.

Die Abteilung CSR bei Otto wird von Johannes Merck geleitet, der direkt dem Vorstand zuarbeitet.

 

Literaturangaben:

Wick, Ingeborg (2005): Nähen für den Weltmarkt. Frauenarbeit in Freien Exportzonen und der Schattenwirtschaft. Länderbeispiele China, Indonesien und Sri Lanka. Modemultis auf dem Prüfstand, hg. SÜDWIND Institut für Ökonomie und Ökumene, Siegburg.

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