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Mit unseren Protestaktionen konnten wir einen deutlichen Sieg für das Recht auf Meinungsfreiheit erzielen. Hunderte Konsumenten hatten sich in den vergangnen Wochen an Aktionen beteiligt und eine Rücknahme des Haftbefehls gefordert. Öffentliche Aktionen und Protestbriefe richteten sich auch an das holländische Unternehmen G-Star, dem Hauptauftraggeber bei FFI.
Zuletzt vermittelte der ehemalige niederländische Premierminister Ruud Lubbers zwischen dem indischen Jeansproduzenten und den Menschenrechtsvertretern aus den Niederlanden. Dieser erzielte eine Einigung, die von allen Beteiligten getragen wird.
Gegenwärtig wird es seitens der Kampagne für ‚Saubere' Kleidung keine weiteren Kampagnenaktivitäten gegenüber G-Star und FFI geben. Informationen über den Verlauf des Falles sind weiterhin auf der Webseite nachlesbar.
G-Star hat angekündigt weiterhin bei FFI produzieren zu lassen und folgt somit einer Forderung der CCC.
Die Kampagne erwartet, dass sich G-Star als Hauptauftraggeber aktiv für eine Umsetzung von internationalen Arbeitsstandards bei FFI einsetzen und mit den lokalen Organisationen kooperiert. Die Gewährleistung des Rechts auf Meindungs- und Versammlungsfreiheit muss in Zukunft von allen Akteuren unterstützt werden.
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30. Oktober 2007
Indisches Gericht erlässt Haftbefehl gegen AktivistInnen der Clean Clothes Campaign
Am 26. September erließ das Gericht in Bangalore (Indien) einen Haftbefehl gegen vier AktivistInnen der niederländischen Clean Clothes Campaign (dt. Kampagne für ‚Saubere’ Kleidung). Den ArbeitsrechtsaktivistInnen werden vom indischen Jeansproduzenten FFI (Fibres and Fabrics International Pvt Ltd)
Internetkriminalität, rassistische und fremdenfeindliche Aktivitäten und üble Nachrede vorgeworfen.
Die internationale Clean Clothes Campaign führt seit 2005 eine Aufklärungskampagne über die Zustände in den FFI Produktionsstätten in Indien, um auf Arbeitsrechtsverstöße aufmerksam zu machen. Lokale Organisationen
berichteten von erzwungenen Überstunden, physischen und psychischen Misshandlungen und fehlenden Arbeitsverträge. FFI produziert unter anderem für bekannte Jeansmarken wie G-Star, Armani, RaRe, Guess, GAP
und Mexx.
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Es ist nicht das erste Mal, dass FFI gerichtlich gegen ArbeitsrechtsaktivistInnen vorgeht. Das Unternehmen hat bereits im Juli 2006 eine Anzeige gegen lokale Arbeitsrechtsorganisationen erstattet. Per Gerichtbeschluss wurde es lokalen Organisationen verboten, öffentlich über die Arbeitsbedingungen bei FFI zu sprechen.
Als die Betriebsgewerkschaften Ende 2005 mit Anklagen über Arbeitsrechtsverletzungen wie Überlastung, erzwungene und nicht bezahlte Überstunden, körperliche und psychologische Übergriffe und mehr an die Öffentlichkeit traten, ging das Unternehmen in die Offensive. Von einem örtlichen Gericht erreichte es Ende Juli des Vorjahres die Verhängung einer Nachrichtensperre gegen die Gewerkschaften; im Februar dieses Jahres wurde diese Verfügung erneuert. Das bedeutet, dass die Gewerkschaften und andere Arbeitsrechts-Organisationen unter Strafandrohung keine Informationen über die Arbeitsbedingungen in den beiden Betrieben an die Öffentlichkeit tragen dürfen.
Die internationale Clean Clothes Campaign versucht seit Monaten, FFI/JKPL zu einer Änderung seiner inakzeptablen Politik zu bewegen. Einige Firmen, die dort produzieren, haben zu intervenieren versucht, doch ebenso vergeblich. Die beiden Betriebe sind SA 8000-zertifiziert, was die Arbeitsbedingungen tatsächlich verbessert hat. (Der Social Accountability Standard 8000 ist ein internationales Sozialmanagment-Instrument, das Betriebe aller Branchen zertifiziert; zu seinen Forderungen gehört auch die Gewerkschaftsfreiheit.) SAI, die für die SA 8000-Zertifizierungen zuständige Firma, informierte die Clean Clothes Kampagne, dass sie überlegt, die Zertifizierung zurückzuziehen.