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Die ehemaligen Auftraggeber der Hermosa-Fabrik wie adidas drücken sich vor ihrer Verantwortung für die Entlassenen.

Seit Mai 2005 kämpfen die ArbeiterInnen von „Hermosa Manufacturing“ in El Salvador für ihre Rechte. Bis zur Fabrikschließung im Mai 2005 haben sie für Markenkonzerne genäht, u.a. für adidas und Reebok. Nachdem sie im April 2005 eine Gewerkschaft gegründet hatten, um sich gegen die schlechten Arbeitsbedingungen zu wehren, wurden sie suspendiert – ohne die gesetzlichen Abfindungen. Selbst die letzten Lohnzahlungen blieb die Fabrik ihnen schuldig. Der Fabrikbesitzer, Salvador Montalvo, hatte den ArbeiterInnen seit 1996 die Sozialbeiträge vom Lohn abgezogen, aber nicht an die Rentenkasse und das Gesundheitssystem abgeführt. Die Summe beläuft sich auf 353.000 US-Dollar, die er den ArbeiterInnen gestohlen hat. Hinzu kommen Löhne, Entschädigungen, Prämien, Urlaubsgeld, etc., die er den ArbeiterInnen noch schuldet.
Die ArbeiterInnen sind seit Mai 2005 ohne Lohn, wegen der Gewerkschaftsgründung finden sie auch in anderen Fabriken keine Anstellung mehr. Sie mussten sich und ihre Familien teilweise hoch verschulden, um die Monate ohne Lohn zu überstehen. Da die Sozialbeiträge nicht abgeführt wurden, stehen sie ohne Rentenanspruch und ohne gesundheitliche Versorgung da.
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Seit dem Jahr 2000 hat die CCC adidas mit den Problemen in Hermosa konfrontiert – z.B. mit der Aktion “Rote Karte für adidas” im Jahr 2000 oder mit Redebeiträgen durch CCC-MitarbeiterInnen bei Aktionärsversammlungen. Heute will der Konzern von all dem nichts gewusst haben – eine Mitverantwortung für die Missstände in Hermosa lehnt adidas ab. Die CCC unterstützt die Forderung der ArbeiterInnen und fordert von adidas und den anderen Konzernen, die in Hermosa Jahre lang produzieren ließen, dass sie die ArbeiterInnen für den entstandenen Schaden entschädigen. Alleine adidas hat nach eigenen Angaben 35 Fabrikkontrollen in Hermosa durchgeführt – und keine Probleme festgestellt. Derlei Kontrollen und der adidas-Verhaltenskodex vermitteln den KonsumentInnen, dass der Konzern auf die Einhaltung der Arbeitsrechte achtet. Der Fall Hermosa zeigt aber, wie wenig die Kontrollen geeignet sind, die ArbeiterInnen vor brutaler Ausbeutung zu schützen.
Auf der Website der Internationalen CCC (http://www.cleanclothes.org/appeals.htm) finden Sie (auf Englisch) zusätzliche Informationen zur Geschichte des Falls Hermosa sowie Briefe an Markenkonzerne, die in Hermosa gefertigt haben.
Hintergründe zum Fall Hermosa finden Sie unter
http://www.ci-romero.de/elsalvador_ccc_hermosa1/
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An die
adidas AG
Büro Frank Henke
Weltdirektor für Umwelt und Soziales
Adi-Daßler-Str. 1-2
91074 Herzogenaurach
[bitte Datum eintragen]
Sehr geehrter Herr Henke,
seit Mai 2005 kämpfen die ArbeiterInnen der Fabrik Hermosa für ihre Rechte. Trotz ihres Kräfte zehrenden Kampfes haben die GewerkschafterInnen bis heute
Ende 2006 schuf die Fair Labor Association (FLA), eine US-amerikanische Einrichtung zur Überwachung der Arbeitsrechte, bei der auch adidas Mitglied ist, einen Nothilfefonds für die ehemaligen Hermosa-ArbeiterInnen. So wichtig und richtig dieser Schritt war, so traurig ist es, dass bisher von Konzernseite erst 36.000 US-Dollar in diesen Fonds eingezahlt wurden. Die FLA selbst schätzt, dass den ArbeiterInnen über 800.000 US-Dollar zustehen.
adidas trägt eine große Mitverantwortung, wurden viele der Arbeitsrechtsverletzungen in der Zeit begangen, als auch für adidas in Hermosa genäht wurde. Deshalb fordere ich Sie als Jahre langen Auftraggeber von Hermosa auf, sich endlich entschieden für eine deutliche Reduzierung des entstandenen Schadens einzusetzen.
Die bisherigen Zahlungen in den Nothilfefonds sind beschämend – auch im Angesicht der adidas-Gewinne wie im Jahre 2006 von fast einer halben Milliarde Euro.
Bitte informieren Sie mich über Ihre Maßnahmen.
Mit freundlichen Grüßen
[bitte Name eintragen]
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